HANNS. A pioneers magazine_1/2026

Strategie. Kultur. Haltung. 

Leuchtturm in stürmischer See

In Unternehmen entscheidet Resilienz darüber, ob die Organisation in einer Welt der Unsicherheit handlungsfähig bleibt – und ob sie die Fähigkeit besitzt, Wandel nicht nur zu ertragen, sondern auch zu nutzen. HOERBIGER zeigt seit über 130 Jahren, wie man gesellschaftlichen und technologischen Umbrüchen oder Marktverschiebungen nicht nur standhält, sondern sie aktiv mitgestaltet. Das gegenwärtige Geschäftsumfeld zeigt besonders eindrucksvoll, wie belastbar die Kombination aus klarer Strategie, starker Kultur und passendem Mindset ist.

Die HOERBIGER Formel für Resilienz

„Resilienz“ ist eines dieser Modeworte, das uns momentan häufig begegnet und doch selten präzise definiert wird. Häufig wird es als schickes Synonym für Widerstandsfähigkeit verwendet – dabei beschreiben beide Begriffe gegenteilige Dinge . Widerstandsfähigkeit ist Starrheit: ein Festhalten an Strukturen, das nur so lange funktioniert, wie der äußere Druck kontrollierbar bleibt. Resilienz hingegen ist Beweglichkeit, Anpassung, Erneuerung – die Fähigkeit, flexibel zu reagieren und nach einer schwierigen Phase nicht nur zum Ausgangszustand zurückzufinden, sondern gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Während Widerstandsfähigkeit passive Defensive bedeutet, ist Resilienz ein aktiver Prozess.

Krisenerfahrungen – Resilienz als Teil der HOERBIGER Identität
Die Geschichte von HOERBIGER ist geprägt von Momenten, in denen Mut, Anpassungsfähigkeit und unternehmerischer Wille – kurz: Resilienz – über das Überleben des Unternehmens entschieden haben und in denen sich seine Fähigkeit, im Umbruch Chancen zu erkennen, besonders klar zeigte. HOERBIGER hat Krisen nie nur überstanden, sondern auch genutzt. Das ist ein Muster, das sich durch die gesamte Unternehmensgeschichte zieht.

Schon der Gründer Hanns Hörbiger musste seine Firma mehrfach durch Krisenzeiten navigieren: durch die Anleihenentwertung nach dem Ersten Weltkrieg und die Hyperinflation der 1920er-Jahre stand er innerhalb eines Jahrzehnts zweimal kurz vor dem finanziellen Ruin. Jede dieser Krisen zwang ihn zum Umdenken – und machte sein Konstruktionsbüro stärker. Sein Sohn Alfred setzte diese Tradition fort, als er 1931 mitten in der Weltwirtschaftskrise beschloss, eine eigene Ventilfertigung aufzubauen. Ein Wagnis, das zum Grundstein des Industrieunternehmens HOERBIGER wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es Alfreds Ehefrau Martina Hörbiger, die den Wiederaufbau leitete und im Ausland neue Märkte erschloss – ein damals mutiger Schritt, der HOERBIGER früh zu einem internationalen Unternehmen machte. Ihre Überzeugung, dass Kundennähe und lokale Präsenz entscheidende Wettbewerbsvorteile sind, prägt den Konzern bis heute.

Doch Resilienz ist nicht nur ein historisches Phänomen bei HOERBIGER. Während der Finanzkrise nach 2009 oder nach den Ölpreisschocks 2015/2016, als Märkte schwankten und ganze Branchen ins Wanken gerieten, profitierte der Konzern von seiner Mehrsäulenstrategie. Während der COVID-Pandemie bewährten sich lokale Lieferketten und das weltweite Servicenetz. Und im Sommer 2024 zeigte eine Cyberattacke, wie schnell und verlässlich das globale Team reagieren kann, wenn es darauf ankommt. Diese Krisen demonstrieren, dass Resilienz bei HOERBIGER gelebte Praxis ist. Und sie machen deutlich, dass Resilienz kein Zufallsprodukt ist: Sie entsteht dort, wo strukturelle Stärke, Kultur und Haltung zusammenwirken.

 

„HOERBIGER hat Krisen nie nur überstanden, sondern auch genutzt. Das ist ein Muster, das sich durch die gesamte Unternehmensgeschichte zieht.“

Harte Faktoren der Resilienz: starke Struktur und strategische Klarheit
Für HOERBIGER beginnt Resilienz beim grundlegenden unternehmerischen Set-up. Ein Mosaikstein ist der globale Footprint, der aus einem tiefen strategischen Verständnis der Tatsache hervorgeht, dass dezentrale Nähe große Robustheit schaffen kann. Mit 30 Produktionsstätten und über 80 Servicestandorten in 40 Ländern ist der Konzern heute so aufgestellt, dass er Probleme in einzelnen Regionen abfedern und zugleich nahe an seinen Kunden und Lieferanten agieren und produzieren kann. Dieses „Local for local“-Prinzip sorgt dafür, dass Märkte nicht nur bedient, sondern auch verstanden werden – und dass Entscheidungen dort getroffen werden, wo die Expertise am größten ist.

Hinzu kommt ein weiterer stabilisierender Eckpfeiler: HOERBIGER strebt in seinen Marktnischen von jeher eine führende Position an. Die Ambition, Nummer eins oder zwei im jeweiligen Segment zu sein, schafft Zugang zu Schlüsselpartnern und Talenten, erhöht die Innovationskraft und ermöglicht Margen, die wiederum Investitionen in Zukunftsprojekte tragen. Gerade in schwierigen Zeiten ist diese Positionierung ein entscheidender Vorteil. Marktführer setzen Standards, statt ihnen hinterherzulaufen – und verschaffen sich so einen Puffer gegen externe Schocks. Technologiekompetenz, kundenfokussierte Innovation und Operational Excellence sind dabei die Schlüssel zur Marktführerschaft.  HOERBIGER entwickelt performancebestimmende Komponenten und erschließt so Märkte, die nicht durch reine Kostenwettbewerbe geprägt sind, sondern durch technologisches Können. 

Auch die Eigentümerstruktur des Konzerns trägt wesentlich zur unternehmerischen Resilienz bei. Als Stiftungsunternehmen kann HOERBIGER langfristig planen und hat einen langen Atem, während börsennotierte Firmen von Quartalsbericht zu Quartalsbericht hetzen. Die Tatsache, dass HOERBIGER der Zugang zum Kapitalmarkt verwehrt bleibt, ist sowohl ein struktureller Anreiz als auch eine betriebliche Notwendigkeit, Höchstleistungen zu erbringen. HOERBIGER finanziert seine Innovations- und Wachstumsinitiativen aus eigener Kraft. Daraus ergibt sich eine sehr klare Konsequenz: Nur profitables Wachstum ist nachhaltiges Wachstum. Die ambitionierten Profitabilitätsziele sind daher nicht Selbstzweck, sondern das Fundament für die eigene Unabhängigkeit und Zukunftsfähigkeit.

Die strukturelle Stärke wird flankiert von einem Portfolio-Management, das in den vergangenen Jahren konsequent auf die Zukunft ausgerichtet wurde. Geschäftsfelder mit besserer Perspektive außerhalb des Konzerns – beispielsweise Altronic oder das Lamellenventil-Geschäft – wurden in neue Hände gegeben; gleichzeitig hat HOERBIGER gezielt in Zukunftsindustrien investiert – von Safety über Rotary bis hin zu den Wasserstoffinitiativen. Die mit weitem Abstand umfangreichste Akquisition der Unternehmensgeschichte – die kürzlich angekündigte Übernahme von Physik Instrumente (PI) – und der damit einhergehende Aufbau der neuen Division Positioning ist ein großer Meilenstein in der Transformation von HOERBIGER. Sie ermöglicht dem Konzern die Expansion in neue Hochtechnologie-Märkte, die von langfristigen, nachhaltigen Wachstumstrends geprägt sind.

Und schließlich basiert die Resilienz von HOERBIGER auf einer klaren strategischen Orientierung: dem Nordstern 2030. Er formuliert, wohin sich der Konzern entwickeln will – technologisch, kulturell, organisatorisch –, und bietet die Leitlinien, an denen sich Entscheidungen ausrichten. Die Kombination aus globaler Präsenz, Marktführerschaft, langfristig denkender Eigentümerschaft, zukunftsgerichtetem Portfolio und strategischer Zielsetzung schafft ein Fundament, das belastbarer ist als die Summe seiner Teile.

Person im Sturm

Der kulturelle Kern der Resilienz: Am Ende entscheidet das Mindset
So wichtig eine passende Aufstellung für die Resilienz eines Unternehmens ist – sie entfaltet ihre Wirkung erst durch die Menschen, die in ihm arbeiten. Und genau hier liegt die eigentliche Stärke von HOERBIGER. Das Unternehmen ist ein Konzern mit globaler Reichweite, aber einer Kultur, die im besten Sinne mittelständisch geblieben ist: persönlich, nahbar, geprägt von Vertrauen und Verantwortung. Diese Kombination macht die Organisation nicht nur schneller, sondern auch widerstandsfähiger. Entscheidungen werden bewusst dort getroffen, wo das Wissen sitzt: bei den Teams vor Ort, die nicht nur die technischen Anforderungen ihres Marktes kennen, sondern auch seine wirtschaftlichen und kulturellen Nuancen. Diese lokale Verankerung stärkt das Verantwortungsgefühl und führt dazu, dass Menschen Herausforderungen nicht wegdelegieren, sondern annehmen.

Nähe – zu Kolleginnen und Kollegen, zu Kunden, zu lokalen Partnern – ist dabei weit mehr als ein emotionaler Wert. Sie ist ein funktionaler Erfolgsfaktor. Sie schafft Ownership und erleichtert den Zugang zu Informationen, die in zentralisierten, anonymen Strukturen oft verloren gehen. Wer in einem HOERBIGER Werk in Europa, Nordamerika oder Asien ankommt, erlebt immer dasselbe Phänomen: eine internationale Gemeinschaft mit einem familiären Kern, in der man sich zu Hause fühlt. Diese Kultur bindet Talente – und motiviert sie, Verantwortung zu übernehmen.

Dass dies kein romantisiertes Selbstbild ist, zeigen die vielen persönlichen Geschichten von Mitarbeitenden weltweit: von Produktionsassistentinnen, die zu globalen Supply-Chain-Leiterinnen wurden, von Ingenieuren, die neue Technologien vorantreiben, oder von jungen Talenten, die erstmals Führung übernehmen und genau das Vertrauen erhalten, das sie dafür brauchen. Menschen, die zu HOERBIGER kommen, bleiben überdurchschnittlich lange. Nicht, weil es keine Alternativen gäbe, sondern weil sie früh erkennen, dass sie tatsächlich etwas bewegen können. Der Konzern hat in bemerkenswertem Tempo Silos abgebaut und eine Arbeitsweise etabliert, die bereichsübergreifend, international, dialogorientiert und nahbar ist – für ein Unternehmen dieser Größe keine Selbstverständlichkeit.

Die Cyberattacke Mitte 2024 war für HOERBIGER einer der schwierigsten Momente der jüngeren Gegenwart. Aber sie zeigte auch das Beste: Zusammenarbeit über alle Ebenen hinweg, kreatives Problemlösen, eine Can-do-Haltung. „Menschen lernt man erst in einer Krise richtig kennen“, sagt CEO Dr. Thorsten Kahlert rückblickend. „Und selten war der HOERBIGER Spirit sichtbarer.“ Menschen aus allen Bereichen – IT, Produktion, Verwaltung, Außendienst – arbeiteten erfolgreich zusammen, um den Betrieb wiederherzustellen und Kunden weiter zu unterstützen.

HOERBIGER sieht Talententwicklung und Führung als Zukunftsbeschleuniger: Der HOERBIGER Way, das 360°-Feedback, die Voice-for-Excellence-Befragung, die Leadership Capability Toolbox, der Leadership-Campus und das internationale GrowtH-Programm – all dies hat die Unternehmenskultur spürbar verändert. Mitarbeitende erleben Wertschätzung, Feedback, Weiterentwicklung und echte Handlungsspielräume. Talente zu fördern heißt, Resilienz strukturell zu verankern. In solch einer Kultur entstehen der Optimismus, der Fighting Spirit und die Hands-on-Haltung, die HOERBIGER prägen: Das Glas ist nicht halb leer, nicht einmal halb voll, sondern ein Gefäß, das man selbst füllen kann. Genau dieser Geist entscheidet, ob Menschen in Krisen verharren oder sie gestalten.

„Als Stiftungsunternehmen kann HOERBIGER langfristig planen und hat einen langen Atem.“

Die heutige Ausgangslage: stabil, zukunftsorientiert, wachstumsstark
Mit der Verbindung von Strategie, Kultur und Haltung hat sich HOERBIGER eine Position erarbeitet, die das Unternehmen für die Zukunft sehr gut aufstellt. Der Konzern hat in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich profitabel zugelegt und 2024 das erfolgreichste Geschäftsjahr seiner Geschichte gehabt – trotz geopolitischer Spannungen, schwacher Märkte und hoher Unsicherheit. Die strategische Ausrichtung ist klar definiert, das Portfolio zukunftsfähig strukturiert, die Organisation kulturell gewachsen.

Mit dem Nordstern 2030, den starken Divisionen und neuen Wachstumsfeldern, den gezielten Akquisitionen und dem globalen Footprint verfügt HOERBIGER heute über alle Voraussetzungen, um auch in einer Welt voller Umbrüche erfolgreich zu bleiben und Chancen aktiv zu gestalten.

Resilienz ist kein Zustand, sondern eine Haltung. Eine Haltung, die HOERBIGER seit 130 Jahren prägt. Eine Haltung, die das Unternehmen durch Kriege, Krisen, technologische Umbrüche und Marktveränderungen getragen hat. Und eine Haltung, die auch künftig der entscheidende Faktor sein wird, um im Wandel nicht nur zu bestehen, sondern auch stärker zu werden.

Newsroom